Rechtlicher Hintergrund bei Erster Hilfe: Wann darf ich helfen, wann muss ich?


Das Thema Erste Hilfe wird in Deutschland derzeit wieder vielfach diskutiert. Den Anstoß hierzu lieferte eine Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag der Apotheken Umschau. Diese stellte fest, dass die meisten Befragten zwar grundsätzlich bereit sind zu helfen, sich jedoch im Ernstfall vermutlich nicht trauen würden. Häufig ist schlichtweg zu wenig über die Rechte und Pflichten im Falle einer Unfallsituation bekannt. Doch der Gesetzgeber in Deutschland hat klare Vorgaben entwickelt, die den potentiellen Ersthelfer in die Verantwortung nehmen, darüber hinaus aber auch absichern.

In Deutschland ist gemäß dem Gesetz jeder Bürger verpflichtet, einer in Not geratenen Person zu helfen. Damit ist nicht zwingenderweise gemeint, auch wirlich aktiv medizinisch einzugreifen. Stattdessen gehört bereits das Alarmieren von Polizei oder Rettungskräften offiziell zur Leistung von Erster Hilfe. Wird dieser Verpflichtung nicht nachgegangen, macht sich derjenige gemäß § 323 StGB der „unterlassenen Hilfeleistung“ strafbar. Im schlimmsten Fall kann dann sogar eine Freiheitsstrafe drohen.

Zu besonderer Verantwortung werden zudem Mitglieder von so genannten Blaulichtorganisationen sowie Ärzte gezogen. Erstere verfügen dabei über die sogenannte „Garantenstellung“. Das bedeutet, dass diese Personen zu erweiterten Erste-Hilfe-Maßnahmen verpflichtet sind, also entsprechend ihrer vorhandenen Qualifikation handeln müssen.

Doch es gibt auch Situationen, bei denen Passanten von ihrer Pflicht, Erste Hilfe zu leisten, vom Gesetzgeber entbunden werden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Situation für die Ersthelfer eine Gefahr darstellt oder sie dadurch anderen Pflichten nicht nachkommen können. Von Notfallmaßnahmen kann ebenso abgesehen werden, wenn die betroffene Person die Hilfeleistung aktiv ablehnt oder es deutliche Hinweise auf den Tod dieser gibt.

Auch im Falle von entstehenden Schäden bei der Erstversorgung schützt die deutsche Rechtsprechung den Ersthelfer. So drohen keine rechtlichen Konsequenzen, wenn durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen Schäden an der Kleidung des Verletzten oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, beispielsweise bei einer Herz-Druck-Massage, entstehen. Ausgenommen ist hier jedoch grob fahrlässiges oder vorsätzlich fehlerhaftes Verhalten.

Trotz dieser gesetzlichen Ausnahmen sollte sich Jeder seiner gesellschaftlichen Verantwortung und der überlebenswichtigen Bedeutung, Erste Hilfe zu leisten, bewusst sein. Auch vor dem Hintergrund oftmals verspätet eingeleiteter Maßnahmen der Erste Hilfe wurde die App „Meine Stadt rettet“ entwickelt, um mit einem Netzwerk aus Ersthelfern die Notfallversorgung zu verbessern.

Für alle registrierten Ersthelfer der „Meine Stadt rettet“-App gilt außerdem ein vollständiger Versicherungsschutz, um die in der Bevölkerung vorhandenen Vorbehalte gegenüber möglichen Fehlern während der Ersten Hilfe abzubauen. Das bedeutet, dass die App-Retter im Einsatz von einer Wege- und Haftpflichtversicherung abgesichert sind und sich im äußerst unwahrscheinlichen Fall eines Strafverfahrens sogar auf eine Kostenübernahme verlassen können. Das Beste: Die Versicherung gilt nicht nur im Rahmen von offiziellen "App-Einsätzen", sondern ebenso für Hilfeleistungen wie Reanimationen außerhalb. Damit stellt die App „Meine Stadt rettet“ im Vergleich zu ähnlichen Apps ein umfassendes Versicherungskonzept für die Ersthelfer bereit, sodass diese sich während der Notfallversorgung ganz und gar auf den Patienten konzentrieren können.