Weltnichtrauchertag – Rauchen noch immer eine der Hauptursachen für Herzkreislauferkrankungen

Mit 1,1 Milliarden Menschen ist die Zahl der weltweiten Raucher weiterhin hoch. Am heutigen Weltnichtrauchertag schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb Alarm. Trotz der allseits bekannten negativen Folgen für die Gesundheit, ist es nach wie vor nicht gelungen, die Raucherrate weltweit zu senken.

 

Jedes Jahr sterben weltweit rund drei Millionen Menschen an Herzerkrankungen – ausgelöst durch Tabakkonsum. Noch immer ist Rauchen neben Diabetes, einem zu hohen Blutdruck oder Cholesterinspiegel einer der Top-Faktoren, die einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Arteriosklerose begünstigen. Laut WHO herrscht in vielen Ländern immer noch Unklarheit darüber, welche gravierenden Auswirkungen das Rauchen für die Gesundheit hat. Auch der aufkommende Trend zu E-Zigaretten macht vor Gesundheitsschäden nicht Halt: Zwar beinhalten sie weniger Giftstoffe als normale Zigaretten, können aber dennoch eine Arterienverengung begünstigen und zum Anstieg von Herzschlag und Blutdruck führen.

 

Doch was genau verursacht beim Rauchen das erhöhte Risiko für Herzerkrankungen?

 

In erster Linie werden die Lunge, das Herz und die Gefäße durch den Tabakkonsum geschädigt. Aber auch Augen, Haut und das gesamte Immunsystem wird durch den blauen Dunst in Mitleidenschaft gezogen. Denn beim Rauchen werden mehr als 4000 unterschiedliche Substanzen und chemische Verbindungen freigesetzt, die sich schädlich auf die Gesundheit auswirken können. Folgen sind beispielsweise die periphere arterielle Verschlusskrankheit – das allseits bekannte Raucherbein. Den Entstehungsherd dieser Herzkreislauferkrankungen bildet die Arteriosklerose, bei der sich die Gefäße langsam verkalken. Dabei wird die innerste Gefäßschicht geschädigt. Der Körper versucht nun, diese Schäden zu reparieren – beispielsweise mit LDL-Cholesterin, dem ‚schlechten‘ Cholesterin. Aber auch Muskelzellen wandern dann von der äußeren Blutgefäßwand zu den geschädigten Bereichen und produzieren Bindegewebsfasern, um den Schäden entgegenzuwirken. Jedoch bilden sich durch die Reparaturbemühungen des Körpers sogenannte „Plaques“. Diese ragen in die Gefäße hinein und behindern in der Folge den Blutstrom. So verengen die Blutgefäße und der Blutdruck steigt. Zudem können einige Inhaltsstoffe des Tabakrauchs die Innenwand der Gefäße auch direkt schädigen. Ebenso wird der Herzmuskel durch das Rauchen beschädigt und weniger gut mit Sauerstoff versorgt.

 

Körper erholt sich schnell, wenn mit dem Rauchen aufgehört wird

 

All diese Auswirkungen zeigen auf, welche zahlreichen negativen Folgen das Rauchen für die Gesundheit – insbesondere das Herzkreislaufsystem – hat. Dass sich der Körper relativ schnell wieder erholen kann, nachdem mit dem Rauchen aufgehört wurde, konnte das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) feststellen. Bereits nach einer Woche sinkt der Blutdruck und nach einem bis neun Monaten gehen Hustenanfälle, Kurzatmigkeit und Verstopfungen der Nasennebenhöhlen zurück. Zudem wird Schleim abgebaut und die Lunge so gereinigt. Besonderes Durchhaltevermögen honoriert der Körper ebenso: Bei fünfjähriger Rauchabstinenz ist das Herzinfarktrisiko genauso groß wie jenes von Nichtrauchern. Fazit: Aufhören mit dem Rauchen ist also zu jedem Zeitpunkt sinnvoll.